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Wir sind ein junges Theaterensemble, das sich aus Absolventen des Michael Tschechow Studio Berlin und anderen Schauspielern zusammensetzt.

Ziel unserer Arbeit ist die Auseinandersetzung mit den schauspielmethodischen Ansätzen Michael Tschechows.

In gründlich erarbeiteten Stücken möchten wir unter deren Einbeziehung Formen eines zeitgenössischen Theaters entwickeln und darbieten.


Die Methode

Psychologische Gebärde In seinen methodischen Untersuchungen beschäftigte Michael Tschechow die zentrale Frage, wie der Künstler den Zustand der schöpferischen Inspiration erlangt. Um diesen Zustand bewusst herbeizuführen und methodisch zu schulen, wählte Tschechow den Ansatzpunkt in der Verwandlung des Denkens. Aktiviert durch die Konzentrationskraft des Schauspielers soll der schöpferische Prozess nicht durch die Denkaktivität unterdrückt werden, sondern durch dessen Verwandlung in ein bildhaftes Denken geschaffen werden. Die Methode Tschechows befähigt den Schauspieler, den Bühnencharakter vor seinem inneren Auge aufzubauen. Nach einiger Zeit bekommt dieser Charakter in der Phantasie des Schauspielers ein Eigenleben und er tritt in einen Dialog mit ihm. Nun geht es darum, das innerlich Geschaute zur äußeren Darstellung zu bringen. Gegenüber seinen Schülern fasste Tschechow seine Methode häufig mit den Worten zusammen:
Konzentration - Imagination - Verkörperung.


Michael Tschechow

Michael Tschechow "Ein Stern in unmittelbarer Nähe des Herzens", so charakterisierte Max Reinhardt einst das Wesen dieses außergewöhnlichen Künstlers. Michael Tschechow, Neffe des berühmten Dichters Anton Tschechow, war Zeit seines Lebens auf der Suche nach seinem Theater, dem "Theater der Zukunft", wie er es nannte. Im Alter von 21 Jahren, wurde Tschechow in das Ensemble des Moskauer Künstlertheaters (McHAT) aufgenommen. Konstantin Stanislawski erkannte damals, dass hinter Tschechows melancholischem Blick der Geist eines Genies schlummerte. Schon bald avancierte Tschechow zu einem der bedeutendsten Künstler des McHAT. "Wenn Sie meine Methode verstehen wollen, so müssen sie Michael Tschechow ansehen", äußerte Stanislawski einst.

Aber dennoch stammte die Sprache von Tschechow und Stanislawski aus verschiedenen Welten. Tschechow's Idee des modernen Theaters widersprach in vielem denen des Altmeisters Stanislawski. Nach dem Tode von Wachtangow übernahm Tschechow die Leitung des 2. Moskauer Künstlertheaters. Hier konnte er Erfahrungen sammeln und die Grundlage zu seiner Methode entwickeln. Eine eigenwillige und gewagte Hamlet-Interpretation regte den Widerstand vieler Kollegen und kurz darauf den der stalinistischen Herrscher. Tschechow musste Rußland verlassen und ging nach Berlin. Es folgte eine rastlose Zeit in Europa. Tschechow arbeitete im Baltikum, in Paris, Wien und Berlin. Während dieser Zeit intensivierte er neben seiner künstlerischen Arbeit seine Studien in Anthroposophie, die immer mehr Grundlage für seine Arbeit wurden.

Während einer Amerikatournee "entdeckte" ihn Beatrice Straight in einer Vorstellung am Broadway und lud ihn nach Dartington-Hall (England) ein, um dort eine Schauspielschule zu gründen. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges siedelte die Schule nach Ridgefield (Connecticut - USA) über. Es wurde das Tourneetheater, die "Chekhov-Players" gegründet, das sehr erfolgreich in den Staaten aufführte. Die Gruppe zerfiel, da einige Schauspieler zum Fronteinsatz beordert wurden. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Tschechow in Hollywood. Er arbeitete in verschiedenen Filmproduktionen als Schauspieler und nahm wieder Schüler auf - darunter namhafte Schauspieler wie Marilyn Monroe, Yul Brunner, Anthony Quinn u.a.. Während dieser Zeit verfasste er auch sein schauspielmethodisches Werk, "To the Actor", das nach seinem Tod im Jahre 1955 zunächst für mehrere Jahre in Vergessenheit geriet.

(Quelle: Michael Tschechow Studio Berlin)